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ZDF-Moderatorin Marietta Slomka gewinnt den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Moderation/Einzelleistung Information". Foto: SAT.1/Willi Weber
ZDF-Moderatorin Marietta Slomka gewinnt den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Moderation/Einzelleistung Information". Foto: SAT.1/Willi Weber

Deutscher Fernsehpreis 2018 – „Babylon Berlin“ gewinnt in vier Kategorien

Der Deutsche Fernsehpreis wurde gestern in Köln in 23 Kategorien verliehen. Ausgezeichnet wurden die besten Produktionen und Einzelleistungen des vergangenen Jahres in den Bereichen Film, Information, Fiktion, Unterhaltung und Sport. Die 19. Fernsehpreisverleihung moderierte Barbara Schöneberger.

Die Fernsehserie „Babylon Berlin“ und „4 Blocks“ wurden mehrfach ausgezeichnet. Die Fernsehserie Babylon Berlin ist beim diesjährigen Deutschen Fernsehpreis gleich in vier Kategorien ausgezeichnet worden: Beste Drama-Serie, Beste Kamera, Beste Musik und Beste Ausstattung. Frank Griebe, Bernd Fischer und Philipp Haberlandt erhielten den Preis für die Beste Kamera. Die Serie spielt im Berlin der Zwanzigerjahre und erzählt die Geschichte des Kommissars Gereon Rath, der in einem Erpressungsfall ermittelt. Dabei geht es auch um Drogen, Mord und Politik. Ausgestrahlt wird sie sowohl beim öffentlich-rechtlichen Sender ARD als auch dem Pay-TV-Sender Sky.

Die TNT-Serie „4 Blocks“ war „Babylon Berlin“ ganz dicht auf den Fersen. Die Serie um einen kriminellen libanesischen Clan in Berlin-Neukölln wurde mit drei Auszeichnungen bedacht: Beste Regie – Marvin Kren, bester Schauspieler – Kida Khodr Ramadan und Bester Schnitt – Jan Hille und Lars Jordan.

ZDF-Moderatorin Marietta Slomka hat den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Moderation/Einzelleistung Information“ gewonnen. Sie wurde bei einer Gala in Köln von der Jury für ihre Leistung im ZDF heute journal ausgezeichnet – vor allem für ihre politischen Interviews. Marietta Slomka ist bekannt für ihre politischen Interviews, in denen sie teils besonders hartnäckig und kritisch bei ihren Gesprächspartnern nachhakt. Die Jury hatte Slomka zusammen mit Dunja Hayali (ZDF-Morgenmagazin) und Caren Miosga (ARD-Tagesthemen) nominiert.

In der Information waren die großen politischen Themen prägend. Die Dokumentation ‚Nervöse Republik‘ zeigt das Land im Spannungsfeld zwischen Politikverdrossenheit und Medienkrise. Mit ‚Endlich Klartext!‘ ist es RTL II gelungen, dem jungen Publikum politische Positionen jenseits der klassischen Wahlberichterstattung zu vermitteln.

Den Preis für den besten Fernsehfilm erhielt das Familiendrama „Eine unerhörte Frau“ (ZDF/arte). Es handelt von einer Mutter, die sich von Ärzten im Stich gelassen fühlt, und die Suche nach medizinischer Hilfe für ihre schwer erkrankte Tochter selbst in die Hand nimmt.

Beste Schauspielerin wurde Julia Jentsch mit ihrer Leistung in „Das Verschwinden“ (ARD). In der Krimiserie mimt sie eine alleinerziehende Mutter, die ihre verschwundene Tochter sucht. Die Autoren des Films wurden für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

Die vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und dem Norddeutschen Rundfunk produzierte Langzeitbeobachtung „Nervöse Republik – Ein Jahr Deutschland“ von Stephan Lamby ist die beste Dokumentation des abgelaufenen Fernsehjahres. Der 90-minütige Film erhielt am Freitag den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Reportage/Dokumentation“. Für die Dokumentation begleitete Lamby Politiker und Journalisten ein Jahr lang.

Die SWR Eigenproduktionen „Brüder“ gewinnt den renommierten Deutschen Fernsehpreis 2018 in der Kategorie „Mehrteiler“. Der vielbeachtete Spielfilm erzählt die Geschichte des Studenten Jan, der sich den Salafisten annähert, sich zunehmend radikalisiert und als IS-Kämpfer nach Syrien geht. Inszeniert wurde „Brüder“ von Züli Aladag, die Drehbücher stammen von Kristin Derfler und Züli Aladag nach der Buchvorlage von Kristin Derfler. „Brüder“ wurde am 22. November 2017 im Ersten ausgestrahlt. Ausführende Produzentin ist Franziska Specht, die Redaktion liegt bei Martina Zöllner und Jan Berning.

Weitere Preise gingen an die Casting-Show „The Voice of Germany“ (ProSieben/SAT.1) in der Sparte beste Unterhaltungssendung Primetime, an das Satiremagazin „extra 3“ (ARD/NDR) als beste Comedy sowie Tennislegende Boris Becker für seine Kommentare bei den US Open auf dem Sportsender Eurosport.

Thomas Gottschalk ist mit dem Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk geehrt worden. Laudator Joko Winterscheidt sagte, Gottschalk sei der letzte große Entertainer, den dieses Land habe. Der gebürtige Bamberger, der mittlerweile in den USA lebt, übernahm 1987 die Sendung „Wetten dass…?“ von Frank Elstner und moderierte sie 24 Jahre lang.

Darüber hinaus wurden Förderpreise an die Newcomer Fabian Köster, Comedian, sowie Louis Klamroth, Journalist und Moderator, verliehen.

Auch Vox wurde mit einem Preis bedacht: Wie schon vor einem Jahr machte „Kitchen Impossible“ in der Kategorie „Bestes Factual Entertainment“ das Rennen – und Tim Mälzer nutzte die Gelegenheit, um noch ein paar Worte an Moderatorin Barbara Schöneberger zu richten, die er 2017 noch als „Tittending“ bezeichnet hatte. „Ich muss hinzufügen, dass sie eine fantastsische Persönlichkeit und einen tollen Charakter hat“, sagte der TV-Koch

Die Jury

Über Nominierungen und Preisträger entschied ein unabhängiges, 14-köpfiges Fachgremium. Unter dem Vorsitz von Lutz Carstens (Chefredakteur TV Spielfilm) arbeiten in der diesjährigen Jury: Christian Becker (Produzent, Rat Pack Filmproduktion), Steffen Hallaschka (Moderator und Fernsehjournalist), Bettina Josmann (Producerin, Caligari Entertainment), Jan Peter Lacher (Bereichsleiter Programmplanung RTL, Leiter RTLplus), Peter Nadermann (Produzent, Geschäftsführer Nadcon), Stephanie Prehn (Programm Manager Show SAT.1), Diemut Roether (Journalistin, verantwortliche Redakteurin „epd medien“), Christiane Ruff (Geschäftsführerin ITV Studios Germany), Jürgen Schulte (Geschäftsführer Ansager & Schnipselmann, klarlogo), Marcus Uhl (Geschäftsführer Bilderfest), Wilfried Urbe (Journalist), Stefan Wirtz (HA Programm-Management WDR) sowie Frank Zervos (Leitung Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie I ZDF).

Den Deutschen Fernsehpreis gibt es seit 1999. Jährlich – mit Ausnahme 2015 – kürt er die besten Fernsehproduktionen des Jahres. Stifter der Auszeichnung sind ARD, RTL, SAT.1 und ZDF. Der Kreis der Stifter setzt sich aus den Geschäftsführern und Intendanten der vier austragenden Sender zusammen. Vorsitzender ist in diesem Jahr Kaspar Pflüger, Geschäftsführer von SAT.1. Zum Stiftergremium gehören überdies Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF, Frank Hoffmann, Geschäftsführer Programm RTL Television, und Tom Buhrow, Intendant des WDR.

Die diesjährige Gala wurde am Freitag, dem 26. Januar 2018 im Palladium in Köln veranstaltet und wurde nicht im Fernsehen übertragen. Wer wollte, konnte die Verleihung aber über einen Liveticker von DWDL.de verfolgen.

Fotos: SAT.1/Willi Weber

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Knut Kuckel

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